PRODUKTION WIENER NEUSTADT 2025
DER TALISMAN VON JOHANN NEPOMUK NESTROY
IN EINER BEARBEITUNG FÜR JUNGEBÜHNE
TERMINE 8. und 9.11. 2025,
jeweils 15 und 18 Uhr,
BG Babenbergerring 10,
WIENER NEUSTADT
INHALT
Die Geschichte, die Nestroy in seiner Komödie DER TALISMAN (1840) erzählt, handelt von der Macht der Vorurteile und zugleich der Dummheit jener, die ihnen aufsitzen. Für den lustigen Titus Feuerfuchs - von der Gesellschaft wegen seiner roten Haare gemieden - nimmt das Leben eine ziemliche Wendung und der Spaß erst seinen Anfang, als ihm mehr oder weniger zufällig eine schwarze Perücke, ein Talisman, zuteil wird. Zu der einen kommen noch zwei weitere, eine blonde und eine graue, die stets eine neue Identität und damit neue Möglichkeiten im Spiel der Eitelkeiten und Verführungen bedeuten.
Plötzlich findet Titus Anklang: Bei der Gartnerin Flora, der Kammerfrau Constantia und der gnädigen Frau Cypressenburg, alle drei Witwen, denen ein neuer Mann im Hause gefallen würde. Doch erst Salome Pockerl, ebenfalls rothaarig, gelingt es, Titus die Augen für wahre Zuneigung zu öffnen und damit der Geschichte ihr ersehntes Happy End zu schenken! Im Spiel mit den Perücken und den sich daraus ergebenden Verwechslungen gelingt Nestroy damit eine seiner turbulentesten Komödien. Mit viel Witz und Freude an Unvorhersehbarem, Verwickeltem und Verzwicktem kreiert er eine Posse mit Gesang in drei Akten, deren Figuren die Verlogenheit der Gesellschaft und die Hinterhältigkeit und Manipulierbarkeit der Menschen, die jener angehören, vorführen lässt.
In einer eigenen Bearbeitung und mit einem Ensemble von rund 100 Kindern bringt JUNGEBÜHNE diesen österreichischen Klassiker als große Jahresproduktion 2025 auf die Bühne. Die Inszenierung siedelt die Geschichte rund um den Wiener Prater an, der erst ab 1766 und unter Kaiser Josef II. für alle Gesellschaftsschichten zugänglich gemacht wird. "Die Ärmlichen" treffen dort auf "die Gstopften", "die sich Abrackernden" auf "die Dahinvegetierenden", "die Dienstleut" auf "die Gnädigen". Und die Perücke, die dem Titus als Haarschmuck dazu verhilft, immer neue Identitäten anzunehmen, scheint auch ein Symbol für Nestroys Versteckspiel vor der Zensur zu sein, seinen Text immer wieder in neuem Gewand und unter anderer Couleur spielen zu lassen.
TEAM
DARSTELLER*INNEN: Ensemble Niederösterreich JUNGEBÜHNE
KÜNSTLERISCHE LEITUNG: Kathia Deninger
PRODUKTIONSLEITUNG: Ida Pammer
REGIE & DRAMATURGIE: Géza Terner & Kathia Deninger
SPIELLEITUNG WIENER NEUSTADT: Andi Steiner
BÜHNE: Joe M. Messner
KOSTÜM: JUNGEBÜHNE
REQUISITE: Eva Redtenbacher-Kohout
KOMPOSITION UND MUSIK: Maximilian Pammer, Anne Planatscher, Laura Deppe
REGIEASSISTENZ: Lili Bühring
TECHNISCHE LEITUNG: Mihai Constantenec
KOMMUNIKATION UND KOOPERATIONEN: Ida Pammer
THEATERVERMITTLUNG: Sibylle C. Gaier
GRAFIK: Barbara Theis